Alles so neonkitsch – Avatar

Ja, ihr müsst euch Avatar ankucken. Natürlich in 3D. Simple Geschichte, aber irgendwie kann man sich dem auch nicht entziehen. Macht Spass und sieht zum Teil wirklich toll aus. Ach ja, vohrer aufs Klo gehen und nicht so viel trinken…

Der 3D Effekt geht erstaunlich gut. Ich hatte erst einmal meinen Kaffee zur Seite gestellt, weil ich Angst hatte, dass anfangs gleich zigtausend Sachen auf mich geschleudert/geschmissen werden. Aber dem war nicht so, alles ganz sutsche.

Nach dem anfänglichen Gefühl konstant zu schielen habe ich mich gut in die neue Optik eingewöhnt, zuerst ist es eben seltsam, wenn jemand das fokussieren für einen übernimmt, meine Sehweise wirkte auf mich leicht ferngesteuert.

Am besten ist es, wenn die Kamera durch Glasscheiben kuckt, auf denen Kratzer, oder Dreckschlieren kleben oder einem feine Partikeleffekte wie Staub, Wassertropfen, Glutstückchen oder Kleingetier, etc vor der Nase herumschwirrt.

So wühlt man sich langsam in die Dreidimensionalität und stellt erst fest, dass es cool ist, wenn man zwischendurch die Brille abnimmt. Dann ist der Film nämlich nicht nur in der Story total flach.

Die 3D-Optik (Real 3D um genau zu sein) erschafft eine ganz eigene Visualität, vor allem im Dschungel von Pandora entsteht eine Neon-Kitsch-Welt à la Final Fantasy mit seltsam leuchtenen ultravioletten Farben. Toll.

Zur Story. Die ist zwar nicht besonders umwerfend, aber handwerklich solide umegsetzt. Ein bisschen „Terminator“, ein wenig „Aliens“, plus „Der mit dem Wolf tanzt“ im Dschungel. Die Schauspieler agieren gut, die Verschmelzung mit Bluescreen und CGI sogar sehr, sehr gut. Schön, dass Sigourney Weaver endlich mal wieder mehr als zehn Minuten zu sehen ist.

Ein absolutes Highlight für mich sind diese ganzen geilen Screens, Monitore und interaktiven Hologramm-Karten, die die Jungs im Film benutzen. Da funktioniert 3D hervorragend und ich freue mich insgeheim schon diebisch, wenn meine heimische Spielkosole über solche dreidimensionalen Design-Menüs verfügt!

Avatar wird ein Kassenknüller und Kino-Erfolg. Wenn das der Anfang des 3D-Kinos ist freue ich mich auf die Zeiten, in denen das 3D Potential voll ausgeschöpft wird! Leider wird der Erfolg Avatarss dazu führen, dass es noch zwei weitere Teile geben (ja, eine Trilogie wurde angekündigt) und alles medial bis zur Nervgrenze ausgeschlachtet werden wird.

2 Gedanken zu „Alles so neonkitsch – Avatar“

  1. einfach nur krass. ich bin wirklich im film versunken. die story ist meiner meinung nach nicht so übel gewesen, es gibt da sicher popcorn-kino mit weniger anspruch. das schöne war ja, dass die nicht-action-szenen auch unterhalten haben und man nicht gelangweilt da saß und aufs nächste krachbumm gewartet hat.

    also technik-3d-cgi-freak ist der film ein absoluter meilenstein. fragt sich nur, ob das auf bluray dann noch immer so beeindruckend ist (ohne 3d).

    eine faszinierende welt wurde da zum leben erweckt, danke lieber james!

  2. REPLY:
    Ich habe gestern zum zweiten Mal Avatar gesehen. Selbst dann ist der Film noch beeindruckend! Die Geschichte ist völlig humpe, handwerklich ist sie top gemacht. Irgendwer hat geschrieben, dass sie 80 Prozent deckungsgleich mit der Story von Winnetou I ist. Den werde ich mir noch einmal ankucken 🙂

    Ich finde es einfach toll, dass der Film das Kino wieder zu einem Ort des gemeinsamen Staunens macht. Ich konnte gestern mein Popcorn nicht kauen, weil es im Kino soooo leise war…

    Birth of an AVATAR from Peter Ammentorp Lund on Vimeo.

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