Angeln im Rotke-Style

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Der Tag ist noch sehr jung, genaugenommen befindet er sich mitten in seinem Embryionalstadium. Die See liegt unberührt, keine Menschenseele ist unterwegs. Keine Menschenseele? Das stimmt nicht ganz.

Der alte Bob sitzt schon seit Stunden nahezu unbeweglich in seinem Ruderboot. Eine leichte Brise wiegt die Tentakel seiner Quallenmütze sachte hin und her…

Rotkes angeln anders als der Rest der Welt. Entweder gehen sie auf die Suche nach einem sagenumwobenen Riesenhecht, der in irgendeinem kanadischen Gewässer hausen soll. Oder sie sitzen wie Bootsvater Bob stundenlang einfach nur da und warten auf den ersten Biss. Naja, stundenlang ist etwas übertrieben. Es gibt ja noch die Kettensäge. Und den Toaster. Und die Bowlingkugel. Und die Twin-Uzi. Und alles geht ganz schnell.

Eine Angelrunde beim Rotke-Angeln, oder auch Ridiculous Fishing besteht aus drei Teilen. Zuerst wird der Haken an einer Schnur ins Wasser gelassen. Wir weichen den Fischen auf dem Weg nach unten aus, denn es geht um Tiefe. Und ich rede hier von tiefer Tiefe. Wir wollen dahin wo es dunkel wird. Dahin wo die dicken Brocken wohnen.

Hat dann was angebissen, beginnt der zweite Teil, es geht wieder nach oben und auf dem Weg wird eingesammelt was die See so hergibt. Nur keine Gelee-Kollegen, oder dieser blaue, dicke Onkel der so viele Kinder ausspuckt.

An der Wasseroberfläche angekommen wird das ganze Paket Meeresbewohner dann zunächst einmal hoch in die Luft geschleudert. Und dann beginnt der eigentliche Rotke-Spaß: Teil drei.

Mithilfe einer Handfeuerwaffe (oder auch zwei) wird der Fang professionell zerlegt. Wobei es Quallen und Glibschviecher zu meiden gilt. Die Überreste bringen Geld, das im Shop gegen nützliche Utensilien eingetauscht werden kann (z.b. die oben bereits erwähnte Kettensäge, angehängt an die Schnur sorgt diese für reibungslosen Tiefgang).

Herrliche Musik, Grafik, Getier und eine formidable, ausgewogene Spielbarkeit. Das alles für 2,69 ohne jeglichen InApp-Geldmacherscheiß.

Fazit: Ridiculous Fishing ist Pflicht.

Und ich sech noch: Muddern, giv dat Kind keen Fisch.

2 Gedanken zu „Angeln im Rotke-Style“

  1. Und es sei vorausgenommen: Ich wurde zwar während des Spielens zu einem rücksichtslosen Zander-Zerfetzer geformt (was so gar nicht zu meiner extrem Tier-affinen Seele passt), aber als dann das Ende kam und auf eine geradezu himmlische Erzählweise aufgelöst wurde, was es mit den vielen Hüten und dem gefrorenen Geheimnis der eisigen Tiefsee auf sich hat, da wurde mir mein Herz ganz schwer. Schön!

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