Geisel

Ende März erscheint bei Reprodukt der neue Comic „Geisel“ von Guy Delisle (hier das Künstlerporträit auf Reprodukt.com), der in Deutschland vor allem durch seine Comics „Pjöngjang“ und „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ bekannt sein dürfte.

In der neuen Geschichte wird die Geiselhaft von Christophe André erzählt, einem Mitarbeiten der NGO „Ärzte ohne Grenzen“, der 1997 in Tschetschenien entführt worden ist und 111 Tage in Gefangenschaft ausharren musste.

(Bild via guydelisle.com)

Der Comic ist auf viele Weise beeindruckend. Zum einem ist er die optische Umsetzung realer Vorkommnisse, die Chrisophe André dem Zeichner Delisle in einer Reihe von Gesprächen geschildert hat.

Neben der skurrilen Situation in die Christophe von jetzt auf gleich hinein gerät, seinem Aushalten und Hadern der ungewohnten Umstände, wird automatisch ein Teil der alltäglichen gesellschaftlichen und politischen Situation Tschetscheniens um die Jahrhundertwende gezeigt, und das ohne viel Worte.

Zum anderen ist die Umsetzung als Comic unfassbar gut. Die Geschichte ist still erzählt. Delisle beschreibt fast neutral. Aber gerade diese Unaufgeregtheit berührt, fesselt, bedrückt, spiegelt Christophes Gedankenwelt und Ängste wieder, lässt manchmal sogar Komik zu.

Absoluter Hammer.
Über 400 Seiten, broschiert, ca 30 Euro bei Reprodukt.

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