Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Das ist er nun also, der vierte Film der Serie. Indiana Jones.

Um es gleich klarzustellen: Der neue Indiana-Jones-Film ist wirklich ein Indiana-Jones-Film. Ich habe mich im Kino sehr viel besser gefühlt, als bei dem massiven Desaster der Episode 1 vor neun Jahren. Handlung spare ich mir, ich möchte nichts vorwegnehmen. *hust* Aliens… *hust*
Indiana Jones ist wie immer. Er zieht Faustschläge ins Gesicht magnetisch an, verliert seinen Hut niemals, er springt von Ruine zu Ruine… Sicher, er ist älter geworden, aber er ist und bleibt Henry Jones Junior. Harrison Ford hat richtig viel Spaß. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie er am Set seine Peitsche und seinen Hut an sich genommen hat und dachte: Geil, endlich darf ich wieder.

Und trotzdem… Trotzdem hat mich etwas gestört. Irgendwas lief nicht richtig… Nicht richtig rund.
Ich hatte nie erwartet, heute einen Film zu sehen, der nahtlos an die perfekte Mischung aus urkomischen Elementen, beinharter Action, gesunder Ernsthaftigkeit und mystischem Totenschädel-Feeling eines Indiana Jones und der letzte Kreuzzug von 1989 anknüpft. Es ist einfach zu viel Zeit vergangen, die Art, Filme zu drehen hat sich zu sehr verändert. Es muss Alles mindestens einmal, sei es auch nur zur Farbkorrektur, durch den Computer durch. Warum? Nehmt Miniaturen, Puppen, Stuntleute oder meinetwegen lasst die Szenen eben ganz weg, aber verschont uns mit diesem offensichtlichen Bluescreen-Mist.
Diesen Film haben Steven Spielberg und George Lucas gedreht, die verdammt noch mal heftigsten Regisseure der Welt! Ist ihnen die Fähigkeit über die Jahre abhanden gekommen, Klassiker zu produzieren? Ich meine richtige, echte Meisterwerke, Filme wie E.T., Star Wars, Jäger Des Verlorenen Schatzes?
Zusätzlich gefällt mir das Drehbuch nicht. Die Geschichte ist nicht… Sie ist nicht episch genug. Die Bundeslade… Der heilige Gral… Das waren Storys. Aber hier? Zu wenig Tiefe. Als ich erfahren habe, dass George Lucas einen Drehbuchvorschlag von Frank Darabont (Ja, der Frank Darabont, der Drehbuchautor von The Shawshank Redemption, dem besten Film aller Zeiten) abgelehnt hat, weil er „zu wenig seinen Visionen entsprach“, musste ich mich schon fragen… Ob George Lucas eigentlich selbst merkt, dass er das schier grenzenlose Potential seiner Filme einfach verpuffen lässt?

Tja… Und dann bekomme ich doch noch Gänsehaut und strahlende, ja glänzende Augen, wenn Indy sich an seinen Schreibtisch setzt und man die eingerahmte Schwarzweiß-Fotografie seines Vaters Henry Jones Senior sieht, dann leise John Williams Musik einsetzt und man buchstäblich in der Zeit zurückversetzt wird… Wenn er fieberhaft den in seit fünftausend Jahren existierenden Schriftzeichen geschriebenen Brief übersetzt, sich alte Landkarten in dicken, staubigen Büchern ansieht… Das ist einfach nur geil. Das sind Indy-Momente. Die Motorradszene in der Universität und den Straßen drum herum: Herrlich. Fantastische Oldschool-Action.

Ihr seht schon… Ich bin im Zwiespalt. Ich kann den Film irgendwie nicht richtig schlecht finden, aber eben auch nicht wirklich gut. Indiana Jones ist eine der, wenn nicht die größte Abenteuerfigur der Filmgeschichte, und er ist in Würde gealtert. Jedenfalls trägt er keine Schuld am verkackten Drehbuch, den CGI-Erdmännchen und an… Ja, an eben diesen vielen kleinen Dingen, die mich stören.

Bitte angucken, Brüder und Schwerstern.

Ein Gedanke zu „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“

  1. REPLY:
    Das ist eine Lüge.

    Alles ist digital. Das Erdmännchen, die Affen, der Dschungel, das komplette Finale, die Atombombe, die Riesenameisen…

    DI – GI – TAL

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